Österreich in Istanbul-Buchpräsentation

09/10/2018

Das Yunus Emre Enstitüsü Wien nahm am 8. Oktober 2018 an der Präsentation des Buchprojektes „Österreich in Istanbul“ in der Diplomatischen Akademie Wien teil. Das Projekt wurde im Jahr 2010 im Rahmen der Ernennung Istanbuls zur Europäischen Kulturhauptstadt von Dr. Rudolf Agstner und Dr. Elmar Samsinger ins Leben gerufen.

Bei der bisher in drei Bänden vorliegenden Festschrift mit insgesamt 36 Beiträgen auf mehr als 1.600 Seiten handelt es sich um eine wissenschaftliche Bearbeitung der vielfältigen Geschichte Österreich(-Ungarns) in Istanbul im Zeitraum vom 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. In ihren Begrüßungsworten drückte die Direktorin des Yunus Emre Enstitüsü Wien, Ayse Yorulmaz, ihre Freude aus, einen Beitrag zur Präsentation des Buchprojektes in Wien leisten zu können, das 2019 noch um einige Beiträge erweitert werden soll. Sie sprach außerdem vom positiven Einfluss der Festschriften auf die österreichisch-türkischen Beziehungen. Dementsprechend zeigen die einzelnen Beiträge auf, wie lange die heutige Türkei und das heutige Österreich bereits in Freundschaft miteinander verbunden sind. Abschließend lud Direktorin Yorulmaz die Anwesenden zur Ausstellung „Kaiser Karl in Konstantinopel“ ein, die, ebenfalls initiiert von Dr. Samsinger, ab 5. November im Türkischen Kulturzentrum zu sehen sein wird und zuvor bereits im Österreichischen Kulturforum in Istanbul gezeigt worden war.

Elmar Samsinger sprach im Anschluss über seine Erfahrungen bei der Entstehung des Buchprojektes sowie über die Vielseitigkeit der nicht nur politischen, sondern auch  wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn, die Inhalt seiner Festschriften sind. U.a. besuchten im 19. und 20. Jhdt. neben zahlreichen Staatsleuten auch Kunstschaffende, Bildungsfachleute und Geschäftsleute aus Österreich-Ungarn die Stadt am Bosporus. Besonders im Fachbereich der Medizin herrschte eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden ehemaligen Großreichen, was sich u.a. durch die gemeinsame Gründung des noch heute in Istanbul tätigen St. Georgs-Krankenhauses manifestierte. Den Höhepunkt ihrer Beziehung erreichten das Osmanische Reich und Österreich-Ungarn als Verbündete im Ersten Weltkrieg, wo Sultan Mehmed V. Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita im Rahmen einer offiziellen Zeremonie bei ihrem Besuch in Istanbul begrüßte, wie Dr. Samsinger berichtete.

Die Buchpräsentation wurde neben dem Yunus Emre Enstitüsü Wien auch vom St. Georgs-AbsolventInnenverein, dem Don Juan Archiv und dem BMEIA unterstützt. Unter den über hundert Gästen befanden sich der Botschafter der Republik Türkei in Wien, Mehmet Ferden Çarıkçı, Ahmet Muhtar Gün von der ständigen UN-Vertretung der Republik Türkei in Wien, Generalkonsul Asip Kaya, der Direktor der Diplomatischen Akademie Botschafter Dr. Emil Brix und Mag. Ulla Krauss Nussbaumer vom BMEIA.